Day Off 3
Ich schlafe hier sehr gut, habe eine gute Matratze, aber trotzdem leichte Rückenschmerzen, wahrscheinlich zuviel gelegen ;-) Frühstück wie gehabt, heute wieder mit Katze unter dem Tisch die jämmerlich miaut, als ob sie am Verhungern wäre, die aber nichts nimmt. Ist die Hauskatze die sehr gut versorgt wird. Ich habe - old fashioned - Ansichtskarten geschrieben, jetzt muss ich nur noch das Postamt finden und hoffen das es heute am Samstag geöffnet ist. Als ich nach längerer Suche fündig werde und eintreten will, macht mich eine wartende Dame darauf aufmerksam, mich gefälligst hinten anzustellen, occupato! No Problem, ich bin ja im Urlaub. Erst nach einigen Minuten bemerke ich worauf die Menschen warten - um die Ecke ist ein Bankomat und die dachten, ich will auch Geld beheben. Der Schalter ist geöffnet und ich kann die Karten aufgeben, in der Hoffnung, dass sie auch ankommen mögen. Was nehme ich mir heute vor, überlege ich, nur am Strand oder am Pool liegen möchte ich nicht den ganzen Tag über. Die Möglichkeiten sind hier nicht so wahnsinnig umfangreich, eine Bootstour könnte ich machen. Zuerst aber zum Martinucci auf mein zweites Frühstück, möchte es nicht missen. Dann ist´s eh schon späterer Vormittag, das Wetter ist gut, nicht zu warm, ich beschließe nochmals hinauf zum Faro zu wandern, aber über eine alternative Route, die Straße. Als Fußgänger verhält es sich ähnlich wie mit dem Rad, mit dem Unterschied dass ich - sollten sich zwei Autos auf meiner Höhe begegnen - einen "Seitensprung" ins Grüne machen kann. Seit ich aber gelesen habe dass "Puglia Salento Terre delle Tarantole" ist, halte ich von jeglichem Gestrüpp Respektabstand, ich möchte keiner begegnen!! Oben angekommen ist es wieder so beeindruckend, die wunderbare Aussicht zu genießen. Man merkt das Samstag ist, wesentlich mehr Menschen zieht es heute hier herauf. Bei den zahlreichen Souvenierständen werde ich fündig, aber ich kann ja mit dem Rad nur ein paar Kleinigkeiten für meine Enkel mitnehmen. Hinunter gehe ich nicht über die Straße, ich nehme die Stiege neben der Geröllhalde. Irgendwo habe ich von einer Cascade, einem Wasserfall gelesen, den es hier geben soll. Nach Recherche im Internet ist diese von mir so bezeichnete Geröllhalde zwischen den beiden Stiegen dieser Wasserfall, der zu besonderen Anlässen geflutet wird und dann 120 Höhenmeter direkt hinunter ins Meer stürzt.Die Kaskade wurde 1939 als Endpunkt des apulischen Aquädukts gebaut. Und wie des Zufall will, ist heute am 13.Juni um 19:30 eine Öffnung der Cascade Monumentale geplant, das werde ich mir nicht entgehen lassen :-) Den restlichen Nachmittag verbringe ich am Strand mit lesen, ehe ich mich wieder auf den Weg, hin zur Cascade mache. Zuvor kehre ich in der Baguetteria nell sud ein, in der man sein Wunschbaguett aus einer Riesenauswahl an frischen Zutaten zusammenstellen kann. Ich wähle alle vom netten Wirt empfohlenen lokalen Zutaten aus und werde nicht enttäuscht, es war einfach köstlich. Dazu ein italienisches Bier. Wenn man nicht explizit italienisches Bier bestellt, kredenzen sie hier vorwiegend deutsches Bier, das ich hier aber nicht bevorzuge. Als ich kurz vor 19:30 am Fuße der Cascade ankomme, ist schon grosser Auflauf, scheinbar kein Geheimtipp ;-) Es sind Stühle aufgestellt, und eine Band stimmt sich auch gerade ein, das wird ein schöner Abend. Während ich warte dass die Show beginnt, sehe ich viele junge schön gekleidete und auffallend gestylte Damen vor einem Zelt sich vorbereiten, ich vermute eine Art Modenschau von Amateur Nachwuchs Models, aber wie immer kann ich auch total daneben liegen. Mit halbstündiger Verspätung geht es dann los, Wasser beginnt herunterzulaufen und macht aus der Geröllhalde schließlich den Wasserfall. Ich habe auch ein Video gemacht, das ich bei meinem Hoster hier leider nicht hochladen kann. Ich werde es auf whatsaap in meinen Status stellen. Die Modenschau - oder was es auch sei - wie auch die Musik haben noch nicht begonnen, ich gehe zurück, habe ja noch Arbeit ;-) Morgen ist mein letzter Urlaubstag hier, am Montag geht´s wieder aufs Rad, darauf freue ich mich. Aber davor werde ich den morgigen Tag mit total relaxed verstreichen lassen, ohne mir irgendetwas vorzunehmen. Ich kann jetzt schon sagen, die Zeit hier in Santa Maria di Leuca ist die Reise wert gewesen, ein gutes Hotel mit netten und freundlichen Angestellten, ein schöner, kleiner Strand ( heute habe ich bemerkt dass der Sandstrand keiner ist, sondern nur 10cm Sand auf einer Betonplatte aufgeschüttet sind) ein schöner Pool, gute Lokale, un d wie mir der Wirt heute im Pocca sagte, ist Mai, Juni, September die beste Zeit hier. Im Sommer ist es viel zu heiß und zuviel Menschen kommen, mit denen man das Vergnügen dann teilen muss. Morgen heißt es auch Daumen drücken für Deutschland, damit sie dann im WM Finale gegen uns spielen können ;-)))
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