Von Cervignano nach Caorle
Ich habe sehr gut geschlafen, endlich mal eine harte Matratze! Obwohl ich um 6:30 aufgestanden bin, bin ich nicht vor 8:30 weggekommen, die Abläufe sind noch nicht so verinnerlicht, dauert wohl noch ein paar Tage. Das Frühstück war sehr süsslastig, aber auch ganz OK, immerhin gabs Cornflakes und Joghurt aus einem Automaten, kannte ich noch nicht. Heute stand die Fahrt von Cervignano nach Caorle am Programm, sollte kein großes Thema sein. Die Fahrt durch die Dörfer und die brettlebene Landschaft ist völlig unspektakulär, zumeist über wenig befahrene Landstraßen, ewig lange Schotterpisten und auch Radwege, eher Rad Highways. Teilweise sind die - meist neuen - Radwege in besserem Zustand als die parallel verlaufende Straße. Sehr viele Abschnitte sind gerade im Bau bzw. in der finalen Phase, echt gut zum cruisen, wäre da nicht der Wind. Meine Route mäandert durch die Gegend, so habe ich den Wind manchmal auch von hinten kommend, aber eben nur manchmal. Ab der Mittagszeit wird der Wind überhaupt stärker und kommt gefühlt nur noch von Vorne, also ständiger Gegenwind. Apropos gefühlt, die gefühlte Temperatur ist weit höher als die angezeigten 31 Grad, und zwingt mich immer öfter Trinkpausen einzulegen. In einem Dorf finde ich einen keinen Lebensmittelmarkt, ich versorge mich mit frischem Wasser und die nette Dame bereitet mir ein Panini mit Schinken und Käse. Danach lege ich mich für ein paar Minuten unter einen Baum und streck die Beine von mir. Aber hilft nix, ich muss weiter. Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass zur Zeit die Bewässerungskanäle alle geflutet sind, gilt es doch die Felder zu bewässern. Als ich 2024 bei meiner Romreise durch das flache Land radelte war September, die Felder abgeerntet und die Kanäle maximal eine stinkende Brühe. Dazu kam eine ausgesprochene Mückenplage, dass ich ein Tuch vor Nase und Ohren halten musste. Das ist zu dieser Jahreszeit nicht der Fall, fließendes Frischwasser macht wohl den Unterschied. Extrem zaaach waren am Nachmittag die nicht enden wollenden Geraden. Kam nach einigen Kilometern eine Kurve, erstreckte sich die nächste Gerade vor mir, die nicht enden wollte. Kam mir zumindest so vor, denn ich war schon ziemlich groggy, an die Hitze muss ich mich erst wieder gewöhnen. Um 15 Uhr erreiche ich nach 85km endlich mein Hotel in Caorle. Dir Temperatur fällt schlagartig auf 28 Grad und der Wind vom Meer Kommend ist hier auch kühler. Zuallererst gönne ich mir mein rituelles Ankommensbier unter einem Sonnenschirm, ich bin klitschnass geschwitzt. Also ins Zimmer einchecken, Duschen und Wäsche waschen ist angesagt. Mein Zimmer liegt im 4.Stock und hat einen kleinen Balkon, da kann ich die Wäsche gut zum Trocknen aufhängen. Dann lege ich mich kurz aufs Bett und schlafe ein paar Minuten, oder auch mehr ;-) Ich habe ein Einzelzimmer, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient, aber sehr sauber, alles gut. Jetzt bin ich endlich am Meer angekommen, da muss ich schon auch an den Strand. Caorle ist ready for the Action, die Urlauber können kommen. Schirme und Liegen in Reih und Glied, und die ersten Benutzer dieser Einrichtung sind schon da, selbst im Meer tummeln sich schon die Gäste. Mir wäre es noch um Einiges zu kalt, mir reicht es die Füße ins Wasser zu halten. Diesen Anblick der Strände werde ich in den nächsten Tagen noch öfter haben, ich fahre ja entlang der adriatischen Küste hinunter nach Apulien, da gibt es noch einige Caorles ;-) Auf meine morgige Tour freue ich mich besonders, es geht nach Chioggia, teilweise mit Fähren, aber trotzdem reichlich km zu treten ……….
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Kommentare
Klingt nach einer echten Herausforderung mit Hitze und Gegenwind - aber genau solche Tage machen die Tour unvergesslich. Weiterhin schöne und sichere Kilometer… ich bleib dran😉
Ist eine Wonne Deine Texte, dein Erleben aufzunehmen. Danke dafür, ist doch eine Arbeit! 🙏🏼 Hab dich dafür bei Deinen Ankommensbier unterstützt und hoffe es gibt viele Nachahmer👍
Muss Dir aber auch sagen: In Griechenland ist es auch fein, wenn auch warm und der Wind ist angenehm😂🙈
Weiterhin alles Gute mein Freund.