Von Roseto degli Abruzzi nach Ortona
Gestern ist das Gewitter dann in Regen übergegangen, aber heute ist es wieder schön, aber es hat abgekühlt. Pünktlich um 7:30 serviert mir die Hausfrau mein Frühstück auf die Terrasse, es gibt zwei Panini mit Schinken und Käse, grünen Tee und eine Flasche Orangensaft - den ich später mitnehmen werde. Das ist also die salzige Variante, die mir viel lieber ist, als Kuchen zum Frühstück, wenn es heute auch quasi die Kopie meines gestrigen Abendessens ist ;-) Ich verabschiede mich von der liebenswerten Dame und fahre los. Heute vorwiegend auf wieder mega schönen Radwegen, ich befahre den Ciclovia Adriatica. Nicola hat mir gestern erzählt, dass es bis vor 5 Jahren hier gar keinen Radweg gegeben hat, deshalb ist er so gut in Schuss, weil neu. An einigen Stellen ist er eh noch nicht ganz fertiggestellt und es gibt auch heute wieder die eine und andere Umleitung, natürlich über die ss16, die bezeichnenderweise Strada Stadale Adriatica 16 heißt, ich bin schon gespannt, wie weit hinunter mich diese beiden Adriatica Wege begleiten werden. Ich fahre durch etliche Pinienheine hindurch, deren Schatten ich in den heißen Tagen gerne gehabt hätte, heute ist mir direkt kalt im Wäldchen. Vom Meer bläst ein kühler, eher schon kalter Wind herauf, der bis Mittag wieder ordentlich zulegt, die Surfer scharren bereits in den Startlöchern ;-) Ich habe mir für heute nur eine kurze Tour von 55 km vorgenommen, das hat sich zum einen mit der Quartiersuche ergeben, andererseits verspüre ich mentale Müdigkeit und deshalb gönne ich mir zwei kurze Tage. Landschaftlich hat sich zu gestern nicht viel verändert, kleine Orte und freies Land wechseln sich ab, die Strände sind meist klein, bis auf Pescara - die grösste Stadt der Region - das lässt sich mit Strandanlagen weiter nördlich vergleichen, allerdings weiß ich eh nie ganz genau, in welchem Ort ich mich gerade befinde. Beim Ansehen der Fotos kann ich sehen, wo ich das Foto gemacht habe und es somit zuordnen kann. Dass dieser Radweg, die Infrastruktur generell vorbildlich ist, habe ich schon öfter erwähnt, aber heute haben die Architekten des Weges noch was draufgesetzt. Sie haben atemberaubend aufwendige Brücken ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger errichtet, wobei bei der höchsten und längsten Brücke ganz oben die Radspur und Fußgänger baulich getrennt sind, für mich schwindelerregend, deshalb konnte ich auch nicht stehenbleiben, um von Oben ein Foto zu machen, sorry! Schon seit Tagen begegnen mir auf dem Radweg Skater mit Rollerblades, das scheint hier nicht out zu sein, eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein, sogar Shops liegen am Weg. Dann verlasse ich den Radweg und den Strand, denn mein heutiges Ziel der Ort Ortona liegt auf einem Hügel. Nach h der Ortstafel sind es noch einige Kilometer bis ins Zentrum, es geht ständig bergan, ist aber gut zu fahren weil es ist kurvig und nicht nur eine gerade und steile Rampe wie bei Ancona. Oben angekommen stelle ich fest, zwischen der Stadt und mir liegt noch ein Tal und dann geht es erst richtig hinauf. Abfahrt ist immer gut denke ich mir und brause hinunter, dabei entgeht mir leider die mahnende Information meiner Frau Navi "du hast die Route verlassen, schau auf die Karte" . Erst als ich bei einer Kehre bremsen muss, bemerke ich es - und darf danach wieder hinaufradeln bis zum Punkt , wo ich die Rote verlassen habe. Das erinnert mich an Duncan Lorien, einen genialen Vermittler der Musiktheorie, bei dem ich mehrere Seminare besucht habe. Er hat gesagt, wenn du etwas nicht verstehst, gehe zurück zu dem Punkt wo du aufgehört hast zu verstehen und setze dort wieder neu an! Scheint mir eine Lebensweisheit zu sein :-)) Hoch heroben über dem Hafen bläst der Wind, im Zimmer meines Hotels heult der Wind ums Haus wie im Winter auf einer Almhütte. Der Mann an der Rezeption ist äußerst wortkarg, aber er sagt und zeigt mir das Notwendigste. So kann ich mit dem Rad in die Tiefgarage, Strom gibt es auch, ebenso einen Aufzug. Wie immer zuerst unter die Dusche und Wäsche auswaschen, dann habe ich aber Hunger. Auf Nachfrage wo man um diese Zeit - früher Nachmittag - etwas zu Essen bekommen kann, geizt mein Hauswirt nicht wertvollen Informationen. Er zeigt nach Rechts und sagt, gibt Viele ;-) Ich finde ein Café das aber auch warme Speisen anbietet. Ich wähle aus der Tageskarte und werde nicht enttäuscht. Selbstredend gibts auch ein Ankommensbier :-) Danach zurück ins Hotel, Fotos von gestern hochladen- funktioniert auch erst im dritten Anlauf - dann die Route für morgen planen, Quartier suchen und den Wetterbericht checken. Es sollte sich ausgehen dass ich vor der angekündigten Schlechtwetterzelle mein Ziel erreiche darum auch wieder nur 55 Kilometer to go. Dann ziehe ich nochmals los und erkunde die Stadt. Für mehr als eine Stunde mal eine andere Bewegung als Radfahren tut mir gut, und es gibt auch einiges zu sehen hier, z.B. eine Burg aus "keine Ahnung" aber ein sehr imposantes Bauwerk. Imposant ist auch die Basilika di San Tommaso Apostolo, die wichtigste Kirche in Ortona in den Abruzzen, sie bewahrt seit 1258 die Reliquien des Apostel Thomas auf, ChatGPT Ende. Es gibt sogar einen eigenen Souveniershop drinnen in der Kirche. Durch die Stadt führt ein breiter autofreier Boulevard mit Shops und vielen Cafés, aber bei genauerem Hinsehen fällt mir der Schmutz in den Seitengassen und etliche herabgekommenen Gebäude und einiger Leerstand negativ auf. Es wird immer südlicher, habe ich den Eindruck. Aber nach den Tagen an der Küste ist es schön, hier heroben zu sein. Ich verspüre noch immer oder auch schon wieder Hunger, da kommt mir ein Kebap Laden gerade recht, jetzt reicht es aber definitiv, ich muss ja noch den Blog schreiben, ehe mich die grosse Sättigung Müdigkeit überkommt. Morgen gibt es Frühstück bereits ab 7 Uhr, das konnte ich dem Schweigsamen schon entlocken. Ein weiterer Joke dieses Mannes, nach meinem. Einchecken und Beziehen des Zimmers ging ich nochmals hinunter zur Rezeption, um den Code für das WLAN zu erfragen. Er nahm einen Zettel und schrieb das Passwort in Grossbuchstaben auf. Ich fragte zur Sicherheit Lettere Grande? Er schüttelte nur energisch den Kopf, und sagte Piccolo :-)))
Kommentar hinzufügen
Kommentare