Tag 12

Veröffentlicht am 4. Juni 2026 um 21:22

Von San Salvo nach San Severo

jetzt ist es passiert, ich habe 2/3 des Textes fertig geschrieben, da ist die Sch. Verbindung zusammengebrochen und alles ist weg :-(((( Vielleicht schreibe ich morgen noch was nach, jetzt gehe ich schlafen, mir reichts!

Bilder ohne Text natürlich auch sch....ade

 

Den gestrigen Tag nachzuholen, wird nach dem heutigen sehr schwierig werden, ich versuche es anhand der Fotos. Das Frühstück war minimalistisch italienisch, Tee aus der Mikrowelle, ein Croissant und schon war ich weg. Bevor ich ging sagte mir der Vermieter, dass die Strasse ss16 gesperrt sei. Aha, somit erklärte sich warum die Software bei der Routenplanung sich standhaft weigerte die Strasse zu nehmen. Hätte es mir der gute Mann nicht gesagt, wäre ich in die Falle getappt, denn ich wollte das Navi ignorieren. Es wird ein Umweg von 16 Kilometer, natürlich über die Hügel im Hinterland, aber mit grandiosen Ausblicken auf die Abruzzen bzw. die schneebedeckten Gipfel des Apennin. Nachdem in der Nacht davor heftige Unwetter über der Adria niedergegangen sind, ist das Meer aufgewühlt, und die Temperatur liegt gerade mal bei 21 Grad. Bergauf schwitze ich, bergab friere ich, ich muss mich sogar einmal umziehen um mich nicht zu verkühlen. Wieder zurück auf der ss Adriatica fahre ich dort ganz alleine, denn die Autos werden erst an späterer Stelle wieder raufgeleitet, bis dorthin gehört die Strasse mir. Dann einige Kilometer auf einem wunderschönen Radweg bis Termoli, dort auch ein wenig Lungomare, dann lasse ich die Küste hinter mir und biege ab ins Hinterland, denn ich möchte den Gargano umfahren, eigentlich hinterfahren ;-) Ab jetzt nur noch Straße, und als mein Navi vermeldet " folge dieser Straße für 35 Kilometer" ahne ich noch nicht, was mir bevorsteht. 15 Kilometer schnurgerade immer geradeaus ist eine Herausforderung, speziell bei Gegenwind. Bisher waren an dieser Straße immer wieder Tankstellen, manche mit einer Bar, nicht so an diesem Abschnitt. Ich dachte beim Wegfahren dass ich heute sicherlich bald zu Wasser kommen werde, denn ich hatte nur noch eine kleine Flasche Wasser dabei. Ich war bereits über 60 Kilometer unterwegs, als unverhofft endlich eine Tankstelle auftaucht. Sieht ziemlich heruntergekommen aus, aber es gibt auch eine Bar - die auch nicht weniger heruntergekommen ist. Alles egal, ich brauche dringend Futter und Wasser und Kaffee, egal wie er schmeckt, er schmeckt! Ausser mir schleichen noch ein paar Typen herum, die ihr Geld an den Spielautomaten verzocken, ein trauriges Bild, beinahe ein lost place ;-) Ich fahre weiter, immer weiter, und voller Freude realisiere ich, ich habe Rückenwind, starken Rückenwind. Es tauchen immer mehr Windräder auf, habe ich zuvor auf meiner Reise nirgends welche gesehen. Aber hier hinter dem Gargano scheint es sich zu lohnen, auch eine grosse PV Anlage war schon dabei. Die Gegend ist beinahe flach, die wenigen Anstiege trägt mich der Wind hinauf, aber es ist mittlerweile wieder ganz schön warm geworden, um die 30 Grad im Schatten, den es hier nicht gibt. Die Landschaft ist geprägt von grossen Getreidefeldern, Oliven und Weinkulturen - und leider auch von immer mehr werdenden Müll entlang der Strasse. Mitten im Nirgendwo plötzlich ein Sonnenschirm, ich vermutete eine Frau verkauft Obst oder Gemüse. Später sehe ich auf der anderen Strassenseite wieder einen Sonnenschirm und eine leicht bekleidete Dame winkt mir herüber. Als wieder so ein Sonnenschirm inmitten einer Müllhalde steht, bleibe ich stehend spreche die junge Frau an. No parlo inglese sagt sie nur auf meine Frage was sie hier macht, reibt Daumen an Zeigefinger und sagt Money. Fotografieren wollte sie sich nicht lassen ;-) Auch ein Geschäftsmodell, das zu funktionieren scheint, aber die Schublade ist schon eine der ganz Untersten! Je näher ich San Severo komme, desto schlimmer wird der Müll. Es sind nicht nur achtlos aus dem Auto geworfene Gegenstände, ganze Müllsäcke, alte Autoreifen und kaputte Geräte werden einfach entlang der Strasse entsorgt. In der Stadt ist es nicht so arg, offensichtlich fährt man vor die Stadt um den Müll loszuwerden. Mein B & B war ein neuer Bau in einer sonst recht trostlosen Ecke, aber weniger trostlos wurde es bei meinem späteren Spaziergang auf der Suche nach dem schönen Teil der Stadt leider auch nicht. Aber meine Suite war toll und ich hatte eine sehr nette Gastgeberin. Hier im Süden ist es schon sehr vorteilhaft, wenigstens ein paar Wörter der Sprache zu verstehen, das Englisch der meisten hier ähnelt in der Qualität meinem Italienisch ;-))

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Kommentare

Peter
Vor 18 Stunden

Hab‘ mich bei Deinen ersten Worten erschreckt und bin froh das nicht mehr passiert ist. Es ist aber sicherlich ärgerlich…..Danke für deine wiederkehrenden Schilderungen und den Fotos! Sind das heute schneebedeckte Berge??
Weiter gute Fahrt und nicht aufs Ankommenbier vergessen👍🫶🙏🏼

Peter
Vor 4 Stunden

Sehr ärgerlich mein Freund, aber kein Grund auf´s Ankommensbier zu vergessen :-)