Von Lecce nach Santa Maria di Leuca
Sono arrivato nel punto più meridionale della Puglia - ich bin am südlichsten Punkt von Apulien angekommen :-)
Ich bin heute früher als sonst aufgewacht, die Aufregung es nun bald geschafft zu haben ließ mich nicht mehr schlafen. Frühstück sollte es erst ab 8:30 geben, aber Natalie meine freundliche Vermieterin hat sich ausnahmsweise bereit erklärt, schon um 7:30 da zu sein um mir Frühstück zu bereiten. Gesagt , getan, sie macht mir frischen Toast und wie immer grünen Tee, dann hält mich nichts mehr. Schnell noch ein Foto für den Blog, und vielleicht sieht man sich ja bald wieder, wenn ich auf der Rückreise bin, ich werde mich melden. Hier würde ich jederzeit wieder absteigen, eine tolle Unterkunft! Dank Frau Navi finde ich gut aus Lecce hinaus und bin bald wieder im freien Feld unterwegs. Laut gestriger Wettervorhersage habe ich heute Gegenwind, erst sehr moderat, später zunehmend und auch bis 31 Grad, und ca. 90 Kilometer vor mir. Ist alles so eingetroffen. Ich möchte diesen letzten Tag ganz bewusst genießen - egal von wo der Wind auch weht - und so gehe ich es an. Ich fahre wieder beinahe nur auf wenig befahrenen Landstrassen dahin, dabei befinde ich mich auch auf dem Franziskus Pilgerweg. Hier wird Christina auch in einigen Tagen durchkommen, heute begegnen mir weitere Pilger, die diesen Weg gehen. Schon bald sehe ich den ersten Wegweiser S.M.DI LEUCA , aber da liegen noch 60 Kilometer vor mir ;-) Wieder sind viele dieser Strassen durch aufgeschichtete Steinmauern begrenzt, darauf wachsen Kakteen die in Blüte stehen, ein ansprechendes Bild. Heute habe ich erstmals eine überfahrene Schlange gesehen, Tiere die ich so gar nicht mag! Ich dachte es mir eh, dass es zwischen Steinen und dem dichten Gestrüpp sicher etliche Exemplare gibt, und da werden sicher auch sehr giftige darunter sein, denen ich keinesfalls begegnen möchte. In San Cassiano erreiche ich einen sehr schön gepflegten und ansprechenden Platz. Ich möchte in einem Laden nur Wasser kaufen, hat der aber nicht. Stattdessen schickt er mich über den Platz, dort befindet sich hinter den dicken Mauern eine versteckte Bar, die ich sonst übersehen hätte. Der beste Platz für eine Pause wie sich herausstellen sollte :-) Auf dem Platz treffen sich ältere Männer und unterhalten sich angeregt, eine wunderbar entspannte herrscht an diesem Ort. Bei meiner Weiterfahrt komme ich an einem riesigen eingezäunten Areal vorbei, einige wenige Baumaschinen sind aktiv, aber kein Hinweis was hier einmal entstehen soll. Da ist der Sinn eines weiteren, nicht im Bau befindlichen Areals schon am Geruch erkennbar, eine gepflegte Anlage mit etlichen edlen Pferden, Menschen sind nicht zu sehen. Weniger schön wird es dann, als ich auch heute wieder an weitläufigen erbärmlichen Olivenkulturen vorüberfahre, die Bäume dürr und tot oder kurz davor. Hier kann meine Theorie mit den Weinspritzmitteln nicht halten, hier sind keinerlei Weingärten zu sehen. Ich vermute nun eher einen Schädling, der die alten Bäume dahinrafft, denn groteskerweise sind z.B. die alten Bäume auf der linken Strassenseite die besagten kranken, während auf der rechten Seite neu gepflanzte Bäume in aller Frische dastehen. Ich werde meinen Freund Sepp fragen, der weiß da sicher Bescheid. Er hat mir geschrieben, dass sie wieder gut Zuhause angekommen sind, und er jetzt eine Antibiotika Kur machen muss wegen der Borreliose. Von den geplanten Pilgertour von 600 Kilometer nach Rom haben sie bis zum Abbruch 450 Kilometer geschafft, den ausständigen Rest wollen sie dann im September nachholen, Bravo, steile Leistung! Waren es vor einigen Tagen typische runde Spitz zusammenlaufende Steinhäuser in den Feldern entlang des Weges, so sind es jetzt quadratische Bauten, mit einer Aussentreppe hinauf auf die oben ebene Fläche. Angeblich dient die obere Fläche zum Sammeln des Regenwassers und/oder zum Trocknen der Ernte - Ende chatGPT. Je näher ich Leuca komme nimmt der Gegenwind zu, aber ich kämpfe mich auch noch den letzten Hügel hinauf, ich will ankommen. Lange fahre ich entlang auf roten Feldwegen in ausnahmsweise guten Zustand, kein Wunder, entlang des Weges befinden sich hinter hohen Mauern luxuriöse Anwesen. Und dann sehe ich erstmals auf Santa Maria di Leuca hinunter, ich bin angekommen :-) Noch nicht, denn eine Baustelle verhindert die Weiterfahrt. Eine Umleitung besteht über einen Holzsteg für Fußgänger auf der ich mein Rad schieben muss. zuerst hinunter geht ja, aber als es dann steil nach oben geht, da zieht es mir fast den Stecker. Und dann stehe ich auch schon vor meinem Hotel :-( So unspektakulär habe ich es mir nicht vorgestellt , hier anzukommen. Ich weiß zwar nicht was ich erwartet habe, aber so habe ich es nicht erwartet. Nun gut, bin da, checke ich eben ein. In meiner Euphorie habe ich heute ordentlich Strecke gemacht und bin deshalb schon um 13 Uhr da, einchecken ist aber nicht, vor 15 Uhr. Ich nehme auf der Terrasse platz und gönne mir mein Ankommensbier, und warte dass die Zeit vergeht. Auch hier in diesem Ort werden die Touris mit Bussen angekarrt und durch den Ort getrieben, stoppen bei meinem Hotel auf ein Getränk, und fahren wieder. Englisch ist wieder Amtssprache hier ;-) Um viertel nach Drei bekomme ich meinen Schlüssel für mein Zimmer, das ich die nächsten Tage bewohnen werde. Ich habe schon ausgepackt, da öffnet sich die Tür. Eine Dame der Rezeption mit Hauptschlüssel hat aufgesperrt und ist überrascht, mich zu sehen. Scusi, und weg ist sie wieder. Ich will gerade zur Dusche gehen, da klopft es wieder an der Tür, diesmal ein männlicher Mitarbeiter. Er sagt das es ein Missverständnis gibt, irgendwas ist bei der Buchung schiefgelaufen - und verschwindet wieder. Als sich nach einiger Zeit nicht rührt, gehe ich hinunter zur Rezeption, ich möchte nun doch wissen was los ist. Die haben hier in diesem Hotel ein Kontinent von Zimmern für 6 Monate an einen anderen Anbieter vermietet, und ich habe bei diesem gebucht. Lange Rede, ich muss umziehen. Selbes Stockwerk, anderes Zimmer, jetzt passt es . Nach dem Duschen und Wäschewaschen erkunde ich mal die Umgebung, Es gibt einen kleinen Hotelstrand, es gibt einen Pool, einen Lungomare, und am Abend angenehm wenige Touristen. Im Hotel gibt es ein Restaurant, aber die Karte sagt mir nicht zu, also gehe ich auf die Suche. Hier beginnt es mit 19:30 dass sich die Restaurants öffnen, mir heute zu spät, ich habe richtig Hunger. Da tut es ein fetter Burger mit Pommes auch, dazu noch ein Bier, ich muss ja morgen nicht fahren, und mein treues Rad hat auch ein paar Ruhetage verdient! Gibt es morgen einen Blog? Ich denke schon ;-)
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